SC Bern holt den Zusatzpunkt gegen Lugano

SC Bern

HC Lugano
Spielbericht
Nach dem deutlichen Auswärtssieg in Davos hatte der SC Bern im Sonntagsspiel gegen den HC Lugano ab dem Mitteldrittel mehr zu beissen. Die Entscheidung fiel aufgrund eines späten Ausgleichs der Luganesi erst in der Overtime.
SCB bestimmt das Startdrittel nach Belieben
Nach kurzem Abtasten bestimmte der SCB das Spielgeschehen nach Belieben. In der fünften Minute hatte Waltteri Merelä eine erste gute Chance, bei welcher er eine Hereingabe von Rodrigo Abols vor dem Tor gefährlich ablenkte. Der Lette prallte dann unglücklich mit Merelä zusammen, der Finne konnte aber weiterspielen.
Ein schneller Konter über Rückkehrer Sonny Milano, der mit einem Querpass Emil Bemström in der siebten Minute mustergültig bediente, verpuffte ungenutzt. Auch an der nächsten Offensivszene war Milano beteiligt, dieses Mal als Vorbereiter von Ian Mitchell. Der US-amerikanische Erstrundendraft machte nach seinem Comeback einen guten Eindruck.
In der 16. Spielminute sorgte Benjamin Baumgartner für einen Schuss an die Torumrandung. Die Berner Führung nahte. 46.7 Sekunden vor der Pause erzielte Emil Bemström das vermeintliche 1:0. Die Schiedsrichter schritten sofort zur Video-Review, auf der ersichtlich wurde, dass Bemström sich den Puck mit dem Schlittschuh vorlegte, mit dem Stock aber aufgrund wenigen Zentimetern nicht mehr dran war. Somit zählte der Treffer nicht.
Trotzdem konnten die Berner mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen. Sie sicherten hinten so gut ab, dass Lugano nur selten in der Zone der Berner auftauchen konnte. 15:1 Torschüsse wurden nach den ersten 20 Minuten gezählt.
Mats Alge eröffnet das Skore
Der SCB machte zu Beginn dort weiter, wo er im ersten Abschnitt aufgehört hat. Mit offensiven Chancen. Merelä und Scherwey scheiterten aus bester Position. Der dritte Versuch landete dann regelkonform im Tor. Mats Alge erzielte in der 25. Minute nach guter Vorarbeit von Rodwin Dionicio das 1:0 und sein zweites Saisontor.
Lugano fand nun besser ins Spiel, der SCB liess hinten aber wenig zu. Eine erneute Angriffsauslösung über Alge und Müller vereitelte Niklas Schlegel im Tor der Tessiner. Dieser wäre daraufhin erneut gefordert gewesen, als Mirco Müller eine Strafe wegen unsportlichem Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter absitzen musste.
Doch das Powerplay lief nicht nach dem Gusto der Berner. Die beste Chance verzeichneten die Gäste in Unterzahl bei einem Konterversuch. So verstrich die Berner Überzahl ungenutzt. Vor der Pause hätte Scherwey auf 2:0 erhöhen können, scheiterte aber mit seinem Abschluss an Schlegel.
Lugano kommt spät zum Ausgleich
Auch im Schlussdrittel sorgte der SCB zuerst für offensive Gefahr, bis Louis Füllemann wegen eines hohen Stocks für vier Minuten auf die Strafbank beordert wurde. Lugano brachte in diesen vier Minuten keinen einzigen Schuss auf Connor Hughes. Entweder ging der Puck daneben oder das Zusammenspiel im Aufbau passte nicht zusammen.
Die Berner überstanden diese Phase schadlos, doch auch offensiv war man weit weg von der Qualität des ersten Drittels. Ein Ellbogencheck ins Gesicht von Samuel Kreis wurde in der 55. Minute nicht gesehen. Lugano war währenddessen im Puckbesitz und sorgte mit dem Abschluss von Jere Innala für das späte 1:1.
Die Fans waren ausser sich, weil auch kurz darauf Dionicio für ein kleinlich gepfiffenes Beinstellen auf die Strafbank musste. Im Powerplay leistete sich Ramon Tanner ein Haken, welches ebenfalls geahndet wurde. Mit 4 gegen 4 und später mit 5 gegen 4 brachte der SCB kein weiteres Tor zustande, obwohl sie während des Spiels genügend Möglichkeiten gehabt hätten, das Spiel zu entscheiden.
Overtime & Stimmen zum Spiel
Die Entscheidung fiel in der Verlängerung. Ian Mitchell überliess den Puck Waltteri Merelä und machte für ihn genügend Platz, damit der Berner Captain Niklas Schlegel aussteigen liess und das 2:1 sehenswert backhand erzielen konnte.
Waltteri Merelä resümierte nach dem Spiel: «Wir müssen die Lehren daraus ziehen, bei so vielen Chancen mehr zu scoren. Über alles gesehen, gab es viele gute Dinge in unserem Spiel und sind glücklich, doch noch gewonnen zu haben.»
Auf das 1:0 angesprochen, sagte Mats Alge nach dem Spiel: «Wir hatten eine gute Linie, zusammen mit Benjamin und Marco, und ich habe das Gefühl, es lief heute gut für uns. Ich hatte selbst etwas Startschwierigkeiten in die Saison. Nun hoffe ich, dass ich dieses Flow-Gefühl behalten und mich weiter steigern kann.» Die nächste Möglichkeit bietet sich bereits nächsten Dienstag im Heimspiel gegen die ZSC Lions.
SC Bern – HC Lugano 2:1 n.V. (0:0, 1:0, 0:1, 1:0)
PostFinance Arena, Bern. – 16’606 Zuschauer – Schiedsrichter: Borga/Dipietro, Steenstra/Altmann.
Tore: 24:07 Alge (Dionicio) 1:0, 54:23 Innala (Kupari) 1:1, 63:20 Merelä (Mitchell, Abols) 2:1.
Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 2 x 2 Minuten gegen den HC Lugano.
SC Bern: Hughes (Ersatz: Von Burg); Dionicio, Mitchell (PF-TS); Kreis, Rhyn; Barandun, Balestra; Füllemann, Kindschi; Milano, Aaltonen, Bemström; Grossniklaus, Abols, Merelä (C); Alge, Baumgartner (A), Müller; Scherwey, Graf (A), Ritzmann.
HC Lugano: Schlegel (Ersatz: Mayer); B. Zanetti, Aebischer; Müller (A), Thomson; Alatalo (A), Guebey; E. Togni; Henry, Sanford, Fazzini (C); Innala (PF-TS), Tanner, Kupari; Lycksell, Shore, Olsson; Peltonen, Morini, Besanidis; D. Togni.
Bemerkungen: SC Bern ohne Marchon (gesperrt), Lehmann, Rohrbach (verletzt), Zurkirchen, Lindholm, Mottard (überzählig). HC Lugano ohne Bertaggia, M. Zanetti, Canonia, Peltonen, Dahlström, Simion, Thürkauf (verletzt), Beglieri, Cjunskis (Swiss League). – 15:40 Pfostenschuss Benjamin Baumgartner (SC Bern). – 19:14 Video-Review (Tor des SC Bern wird nicht gegeben). – 54:45 Time-out HC Lugano.
